Anton Brutscher

Anton „Toni“ Brutscher erlernte den Beruf des Kaufmanns und wurde durch den 2. Weltkrieg aus der beruflichen Laufbahn gerissen.

1944 traf ihn in den Vogesen ein Beckenschuss, der eine Querschnittslähmung zur Folge hatte. Nach der Heimkehr nahm er die Arbeit im elterlichen Biervertrieb wieder auf. Mit großem Willen und aufgemuntert von seinen Freunden kam Toni Brutscher wieder auf die Beine und konnte bald auch wieder seinen Hobbys nachgehen, der Musik und dem Skispringen.

Mit 20 Jahren komplettierte er das berühmte Oberstdorfer Springertrio zusammen mit Sepp Weiler und Heini Klopfer. 1949 gewann Toni Brutscher seine erste deutsche Meisterschaft im Spezialsprunglauf.

Die Sprungskier und sein Akkordeon waren immer im Reisegepäck. Damit knüpfte er nach dem Krieg viele freundschaftliche Kontakte zum Ausland. Bürgermeister Eduard Geyer bezeichnete Toni Brutscher als „eine der besten diplomatischen Waffen der Nachkriegszeit in den nordischen Ländern“.

Als Gründer des legendären „Brutscher-Trios“ reiste er auf eigene Initiative und auf eigene Kosten durch ganz Deutschland um Werbung für seine Heimatgemeinde zu machen und Geld für den Bau der Skiflugschanze zusammenzubringen (siehe Josef Weiler).

Zwei weitere Deutsche Meistertitel folgten 1952 und 1955. Bei den Olympischen Spielen 1952 in Oslo erreichte Brutscher den vierten Platz (Hier waren zum ersten Mal nach dem Krieg wieder deutsche Sportler dabei). Toni Brutscher eroberte die Herzen der Fans.

Auf der Oberstdorfer Skiflugschanze hält Brutscher einen eigenen Rekord: Er absolvierte hier 75 Flüge, stürzte acht Mal, einmal überschlug er sich. Mit 127 Metern machte er 1959 seinen weitesten Sprung. In Summe sprang er 8155 m vom Schanzentisch zum Aufsprung.

Brutscher, der in seiner freien Zeit gern in die geliebten Berge ging, war auch ein hervorragender alpiner Skiläufer. Nach dem Ende seiner Springerlaufbahn begeisterte er sich für den Golfsport.    

Der Oberstdorfer war Mitglied im Skiclub, im Trachtenverein, in der gkl. Priv. Schützengesellschaft und im Golfclub.

 

Silbernes Lorbeerblatt der Bundesrepublik Deutschland

1952 von Bundespräsident Theodor Heuss. Honoriert wurde damit nicht nur die sportliche Leistung Brutschers, sondern auch sein vorbildliches Auftreten als Botschafter seines Landes.

 

Verdienstspange des Marktes Oberstdorf

Für seine hervorragenden Leistungen im nordischen Skisport wird Herrn Anton Brutscher die Verdienstspange des Marktes Oberstdorf verliehen. Oberstdorf, 13.02.1975, E. Geyer, 1. Bürgermeister