Marie Luise Althaus
Quelle: Literaturportal Bayern
Marie Luise Althaus entstammt der musikalischen Oberstdorfer Familie Schedler. Aus dieser Familie gehen u.a. die Schedlerfehla hervor, eine Gesangsgruppe, die Marie Luise Althaus mit ihren Schwestern und Cousinen gründete. Einige der Lieder, die die Schedlerfehla während ihres über 40-jährigen Bestehens sangen, stammten von Marie Luise Althaus, wobei sie auf bestehendes Liedgut aus dem Kleinen Walsertal, aus Bad Hindelang und aus der Steiermark zurückgriff und dieses in die für Oberstdorf typische niederalemannische Mundart übertrug. In der gleichen Weise entstanden auch einige Lieder für den Oberstdorfer Mundart-Chor, den sie jahrelang leitete. Marie Luise Althaus war zudem Mitbegründerin des Oberstdorfer Adventsingens ‘s wiehnächted und des alljährlich im Januar in Hochsprache aufgeführten Zu Bethlehem geboren. Von ihr stammen mehrere Mundart-Hirtenspiele wie das Hiertegschpiel (erschienen in der Schriftenreihe Unser Oberstdorf, H. 29/1996). Darüber hinaus war sie Trachtenberaterin für Oberstdorf und bei der 500-Jahr-Feier zur Verleihung des Marktrechts 1995 für die Ausstattung der Akteure mit historischer Kleidung zuständig.
2001 wurde sie für besonders herausragende ehrenamtliche Leistungen vom Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser geehrt.
2003 präsentierte Marie Luise Althaus das neu erschienene Wörterbuch der Oberstdorfer Mundart, an dessen Entstehung sie als Leiterin einer 14-köpfigen Arbeitsgruppe maßgeblichen Anteil hat. Ihr Engagement für die Pflege der heimischen Mundart wurde am 28. November 2003 mit der Verleihung des 1. Oberallgäuer Mundartpreises, gestiftet von der Rupert-Gabler-Stiftung Obergünzburg, gewürdigt.
Verfasst von: Digitaler Literaturatlas von Bayerisch Schwaben DigiLABS / Rosmarie Mair, M.A.
Artikel Mundart, Dialekt und ‚sübr Feel‘ (2003). In: Allgäuer Anzeigeblatt, 28. November, URL: https://www.heimatmuseum-oberstdorf.de/files/archiv/2003_heimatmuseum_oberstdorf_031128-althaus-marie-luise-preis.pdf
Literatur von Marie Luise Althaus im BVB
Wörterbuch der Oberstdorfer Mundart
Ma müeß mit dr Zitt gong. Historisches Mundart-Bühnenspiel in 4 Akten
Aus dem Allgäuer Anzeigeblatt vom 28.11.03
Mundart, Dialekt und ,sübr Feel'
Landkreis zeichnet Oberstdorferin Marie-Luise Althaus mit Mundartpreis aus
Oberstdorf/Oberallgäu (uw). Ob als Sängerin oder als Texterin von Liedern, Versen, Mundartmessen und Gedichten - Marie-Luise Althaus aus Oberstdorf engagiert sich für Mundart und Dialekt in ganz besonderem Maß. Jetzt würdigte der Landkreis den Einsatz mit dem „1. Oberallgäuer Mundartpreis". „Ihre gewissenhafte, herausragende Arbeit für die Mundart ist ihr Markenzeichen", lobte Landrat Gebhard Kaiser bei der Feierstunde in der Villa Jauss. Der Landkreis habe sich die Auswahl des Preisträgers nicht leicht gemacht, unterstrich Kaiser. Es gäbe in der Region viele Menschen, die den Dialekt pflegen und sich für die Mundart engagieren. Althaus habe das in Wort und Gesang geprägt. Den mit 1250 Euro dotierten Preis ermöglichte die 1990 gegründete Rupert-Gabler-Stiftung. Die Obergünzburger Stiftung hat sich die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft auf die Fahnen geschrieben - vor allem im Allgäu. Deren Vorstandsvorsitzender Stefan Gabler lobte das Engagement von Althaus ebenso wie Kreisheimatpfleger Albert Wechs. Die eigentliche Laudatio hielt in bestem Oberstdorfer Dialekt Eugen Thomma. Schon als „gonz junge Feel" habe sich Marieluise Althaus, geborene Schedler, in Trachten- und Gesangsgruppen engagiert, dann auch im Kirchenchor. Über die Grenzen des Allgäus hinaus bekannt waren die „Schedlarfeela" mit Schwestern und Cousinen. Dass sich für die „sübr Feel" bald Büebe interessierten, sei normal, so Thomma. Doch die habe einen Auswärtigen geheiratet, Adolf Althaus aus Oberthalhofen. Großen Einsatz zeigte Marie-Luise Althaus zur Feier des 500-jährigen Marktrechtes: Sie kreierte nach alten Vorbildern das passende „Häs", kaufte Stoffe und vermittelte die Schneider. Als weitere Stationen nannte Thomma die musikalische Veranstaltung „Rumm und numm ibers Bierg", die „Gerstrubar Huimat", Aufsätze in der Schriftenreihe „Unser Oberstdorf", das Arrangement ganzer Volksmusikveranstaltungen und die Leitung des Mundart-Chors. Seit vielen Jahren arrangiere Althaus die Adventsveranstaltung „'s wiehnächted": Sie schreibt Texte, singt, studiert Hirtenspiele ein „und macht alles". Jüngstes Kind der engagierten Oberstdorferin ist ihr Mundartbuch, das heute im Kurhaus vorgestellt wird. Auch mit Vorlage des Buches werde Marie-Luise Althaus wohl nicht arbeitslos, betonte Thoma: Bei dem Theater, das gerade in Vorbereitung ist, könne sie ebenso nach Herzenslust schaffen. Mit dem „1. Oberallgäuer Mundartpreis" wurde die 64-jährige Marie-Luise Althaus aus Oberstdorf ausgezeichnet.
Verschönerungsverein Oberstdorf
Kleine Oberstdorfer Trachtengeschichte von 1700 – 1986 (Teil 1) 01.12.1986
Kleine Oberstdorfer Trachtengeschichte von 1700 – 1986 (Teil 2) 01.06.1987
Kleine Oberstdorfer Trachtengeschichte von 1700 – 1986 (Teil 3) 01.12.1987
Kleine Oberstdorfer Trachtengeschichte von 1700 – 1986 (Teil 4) 01.12.1988
Gschichtle us em Leabe, 01.06.1993
https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/heft-22/gschichtle-us-em-leabe.html
Schiksalswege des Oberstdorfer Wheinachtsbildes und seiner ehemaligen Besitzerin, 01.12.1993
Gschichtle us em Leabe, 01.06.1994
https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/heft-24/gschichtle-us-em-leabe.html
Das Oberstdorfer Jubiläums-Häs - Mode aus der Zeit der Markterhebung von 1495, 01.06.1995
Hiertegschpiel, 01.12.1996
https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/heft-29/hiertegschpiel.html
Der Karatsbichl – einm Stück Oberstdorfer Skigeschichte, 01.12.2002
Wörterbuch der Oberstdorfer Mundart, 01.06.2004
Ma Müeß mit dr Zitt gong – Historisches Mundart-Bühnenspiel in vier Akten von Eugen Thomma, 01.06.2005
Oberstdorf – seine Musik, sein Gesang, 01.06.2016
A Klöüsedag – nach einer Geschichte von Uwe Wolff, bearbeitet in Oberstdorfer Mundart
Links
Oberstdorf-Lexikon App
Zeigt auf einer digitalen Karte den Ort in Oberstdorf an.