Inge Weißensteiner

Die Mundartdichterin Inge Weissensteiner beschäftigte sich ihr ganzes Leben mit dem heimischen Dialekt. 1983 erschien ihr erster Gedichtband „Isa Huimat“ und 1986 „Dur’s Ruckarle“ (Verlag für Heimatpflege Kempten). Es folgten die Bände „Wenn es wiehnächted“ (1987), „Mill und Brocke“ (1989), „Hindanoache“ (1993) und „Schprockla“ (1997). Sämtliche Ausgaben sind von Otto Sieber / Oberstdorf illustriert und im Eigenverlag / Druck K. Hofmann erschienen.

In den Heften „Unser Oberstdorf - Blätter zur Oberstdorfer Heimatgeschichte“ veröffentlichte sie Aufsätze und Gedichte, wie „Gedanken einer Oberstdorferin“ (1982), „Klöus kutt“, „Prinzregent, „wia ba freier zueg’schtellt hoat“ und „d’ Wilde Männle“. Zu finden sind diese Schriftstücke unter https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/

 

Die Sprache von Inge Weissensteiner zeichnet sich durch eine hohe Empfindsamkeit und

nuancenreiche Tiefe, wie auch durch feinsinnigen Humor aus. Ein geschmeidiger Sprachrhythmus trägt ihre Gedichte und Geschichten, Leserinnen und Leser fühlen sich hineingezogen in die Erzählbilder und Stimmungen.

 

Gertrud-von-le-Fort-Medaille des Marktes Oberstdorf

In Anerkennung und Würdigung ihrer Verdienste um die schriftstellerische Darstellung des Oberstdorfer Dialekts und um seine Erhaltung und Weitergabe wird Frau Inge Weissensteiner die Gertrud-von-le-Fort-Medaille verliehen. Oberstdorf, April 1990, E. Geyer, 1. Bürgermeister   

Weitere Informationen zu Inge Weissensteiner:

https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/heft-38/abschied-von-inge-weissensteiner.html

https://www.literaturportal-bayern.de/autorenlexikon?task=lpbauthor.default&pnd=1285890914

 

 

a Bleazle

d’ Wealt ischt groass
und d’ Wealt ischt wit
hoat se a Bleazle
woa de koalte bischt?
lueged d’ Bearg
i d’ Wiege ning
de schinscht Heimat
keahrt noa ding
goat im Hearze
wie im Hüs
d’ Muttereschproach
no ing und üs
nimmscht a Guet
is Leabe mit
woa i dr Fremde
öüno blibt
d’ Muetterschproach
ischt wie a Brugg
a Weg goat
doa i d’ Huimat zruck
im Hearze
a Bleazle allad blibt
woa de dahuim
und koalte bischt

Inge Weissensteiner - 1993