Kgl. Hoheit Wiltrud von Urach
* 10 Nov 1884, Oberstdorf
† 28 Mar 1975, Oberstdorf, bestattet in Reutlingen
Ehrenbürgerin des Marktes Oberstdorf
Mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts dankt der Markt Oberstdorf Ihrer Königlichen Hoheit, Wiltrud Herzogin von Urach, Gräfin von Württemberg, geb. Prinzessin von Bayern für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Wahrung der Belange des Kurorts Oberstdorf. Die lange, enge Verbundenheit zwischen dem Hause Wittelsbach und der Gemeinde sei damit gleichzeitig gewürdigt, die seit der Zeit des Prinzregenten Luitpold von Bayern in der Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts besteht. Oberstdorf, 14.11.1974
Wiltrud Herzogin von Urach, Gräfin von Württemberg war die zweite Gemahlin von Wilhelm (II.) Herzog von Urach, Tochter von Ludwig III. König von Bayern und Therese Königin von Bayern geb. Erherzogin von Österreich-Este.
Wiltrud Herzogin von Urach (geb. Prinzessin von Bayern) Wiltrud Marie Alix Prinzessin von Bayern wurde am 10. November 1884 in München als zehntes von dreizehn Kindern des Ludwig Prinz von Bayern, des späteren Prinzregenten und Königs Ludwig III. von Bayern, und der Marie Therese Prinzessin von Bayern geb. Erzherzogin von Österreich-Este Prinzessin von Modena, der späteren Königin von Bayern, geboren. Die Familie lebte vor allem auf Schloss Leutstetten in der Nähe des Starnberger Sees.
Während des Ersten Weltkrieges unterstützte Prinzessin Wiltrud ihre Mutter bei deren umfangreichen karitativen Tätigkeiten.
Als im November 1918 der sozialdemokratische Politiker Kurt Eisner in München die Republik ausrief, verließ die königliche Familie München und zog sich zunächst nach Schloss Wildenwart zurück. Das Ende der Monarchie in Bayern stellte für Prinzessin Wiltrud und für die anderen Angehörigen des Hauses Bayern eine einschneidende Zäsur dar. Prinzessin Wiltrud verlor wie alle Vertreter der deutschen Fürstenhäuser ihre Privilegien. Bis zu Ihrer Heirat wohnte Prinzessin Wiltrud zunächst auf Schloss Wildenwart. Am 25. November 1924 heiratete Wiltrud Prinzessin von Bayern Wilhelm (II.) Herzog von Urach standesamtlich in München, tags darauf erfolgte die kirchliche Trauung. Die Ehe blieb kinderlos. Nach der Heirat wohnte Herzogin Wiltrud abwechselnd auf Schloss Lichtenstein und im Palais Urach in Stuttgart.
In den 1930er Jahren zog Herzogin Wiltrud in das ehemalige königliche Jagdhaus nach Oberstdorf um, das ihr aus dem väterlichen Erbe zugefallen war und das sie eigens für diesen Zweck renovieren ließ. Wiltrud Prinzessin von Bayern starb am 28. März 1975 in Oberstdorf. Sie wurde auf dem Friedhof von Großengstingen bei Reutlingen begraben.