Melchior Jauss
Melchior Jauss, geboren in Seeg (Allgäu), hatte das Handwerk der Bierbrauerei erlernt und 1881, kaum 23jährig, in Oberstdorf den gesamten Besitz der Sonnenbrauerei gekauft. 1896, mit nur 38 Jahren, verkaufte er den Betrieb an die Familie Richter.
Mit dem Verkauf des Brauereibesitzes musste sich Melchior Jauss ein neues Heim schaffen. Am 18. März erwarb er ein 6.800 qm großes Grundstück an der Fuggerstraße. Hier verwirklichte er seinen Traum von einer iltalienische Villa. Die architektonischen Vorbilder für das mit blockbauähnlichem Fundament aus Stein errichtete Holzhaus waren Häuser in Bozen. Ob Jauss sich dazu einen Architekten aus Italien kommen ließ, ist nicht bekannt. Die Villa ist ein hervorragendes Beispiel für die Baukunst des späten 19. Jahrhunderts, mit ihren kunstvollen Fassaden, großzügigen Räumen und detailreichen Verzierungen.
Melchior Jauss lebte in diesem Haus mit seiner ersten Frau Theresia Anna, ab 1915 mit seiner zweiten Frau Theresia und der 1916 geborenen Tochter Thea.
Melchior Jauss besaß Wälder, die Alpen Schrattenwang und das gesamte umliegende Gebiet bis hinauf zum Söllereck. Er kaufte und verkaufte Häuser und Grundstücke.
Von 1904 bis 1929 war Jauss Gründungsvorsitzender des Obst- und Bienenzuchtvereins und er engagierte sich für die Gründung des Breiachklammvereins.
Melchior Jauss ging täglich spazieren, zum Schwimmen an den Freibergsee, er ging auf die Jagd und spielte wochentags Karten mit dem Pfarrer, dem Schuldirektor und dem Benefiziat.
Das Haus ist seit 1961 im Besitz des Marktes Oberstdorf. Seit 1986 ist die Villa als Kunsthaus Villa Jauss bekannt. Betrieben wird es mit wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen durch die Initiative Villa Jauss e.V.
Quellen:
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