Karl Hofmann

Carl Viktor Hofmann – er selbst nannte sich Karl – kam als Sohn des Buchdruckermeisters Andreas Hofmann und dessen Ehefrau Emilie, geb. Schraudolph, in Oberstdorf zur Welt. Karl Hofmann ging noch in die alte Schule am Marktplatz, dem späteren Rathaus. Der Volksschule folgt die Realschule in Landsberg am Lech und die Lehre im elterlichen Betrieb. Im ersten Weltkrieg musste der damals 17jährige Karl einrücken und tat Dienst an der serbischen Front. 1919 folgte die Entlassung. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters, wurde Schriftsetzermeister (April 1925). Im gleichen Jahr heiratete der junge Meister die Oberlehrerstochter Albertine Krumbacher. Aus der Ehe gingen fünf Kindern hervor, von denen zwei schon im Kindesalter starben.

Als junger Mann betrieb er mehrere sportliche Disziplinen (Skisport, Bergsteigen, Turn- und Rasensport) und trug in verschiedenen Positionen bei Turnverein, Skiclub und Alpenverein Verantwortung mit.

Karl Hofmann gehörte zu den vier Gründern des Oberstdorfer Heimatmuseums (1932).

Von 1926 bis zu seinem Lebensende gehörte er dem Museumsausschuss an und hat viel für die Einrichtung bewirkt.

Bei Kriegsbeginn 1939 wurde Hofmann wieder einberufen, aber 1940 entlassen. Er führte dann den Löschzug der Feuerwehr-Bereitschaft Oberstdorf, der nach Bombenangriffen auf Sonthofen, Immenstadt, Kempten, Kottern, Augsburg, Ulm und München eingesetzt wurde. Tagelang anhaltende Löscheinsätze zwischen immer neuen Angriffen hatten die Männer unter Karl Hofmanns Führung durchzustehen. 1944 wurde er erneut zur Wehrmacht eingezogen. Erst 1946 wurde Karl Hofmann aus Kriegsgefangenschaft entlassen.

Für seine großen Verdienste um den Feuerschutz ernannte ihn die Feuerwehr Oberstdorf zu ihrem Ehrenmitglied.

Hofmann war über Jahrzehnte in der Gemeinde und ebenso in weiteren Vereinen aktiv: Im Gemeinderat (1948 bsi 1952), in der Kirchenverwaltung (zehn Jahre), beim Verschönerungsverein, im Fischereiverein, dem Breitachklammverein, bei der Raiffeisenbank, in der Kolpingsfamilie und bei der Feuerwehr.

Als Förderer des „Fremdenverkehrs“ war er Mitbegründer der Sesselbahn AG (heute Söllereckbahn) und der Kur- und Verkehrsbetriebe AG.

Neben seinem Geschäft und den vielen Aktivitäten widmete sich Hofmann der Landschaftsfotografie und der Erforschung der Heimatgeschichte. Von dieser Arbeit zeugen eine Reihe von Buchillustrationen, Aufsätzen und sein Werk „Oberstdorfer Hexen auf dem Scheiterhaufen”. Karl Hofmann war auch Herausgeber des „Blauen Führers“. Die darin beschriebenen Wander- und Tourenvorschläge ist er selbst gegangen um die Wanderzeit zu dokumentieren

Er wirkte mit an der Dokumentation der „Geschichte des Marktes Oberstdorf“ (Band 4) und druckte nach sorgfältigem, nächtelangem Redigieren die Bände 1 bis 4.

Für sein vorbildliches Engagement für die Gemeinde verlieh der Markt Oberstdorf Karl Hofmann die höchste Auszeichnung, die Ehrenbürgerwürde.

 

Ehrenbürger des Marktes Oberstdorf

Mit dieser Urkunde verleiht der Marktgemeinderat Oberstdorf Herrn Karl Hofmann für seine besonderen Verdienste um die Entwicklung des Kurortes Oberstdorf in jahrzehntelanger hervorragender Arbeit das Ehrenbürgerrecht. (1969)

 

https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/heft-9/karl-hofmann-dem-ehrenbuerger-zum-gedenken.html

https://www.verschoenerungsverein-oberstdorf.de/unser-oberstdorf/heft-37/in-erinnerung-zwei-heimatfreunde.html

 

Skipatrouillenzug Oberstdorf, oben links Karl Hofmann, 1918_1. Weltkrieg
Skipatrouillenzug Oberstdorf, oben links Karl Hofmann, 1918_1. Weltkrieg
Karl Hofmann 1980 auf dem Baugerüst Kirchturm
Karl Hofmann 1980 auf dem Baugerüst Kirchturm