Helene Reich

Helene Reich, im Ort bekannt als Fräulein Reich, war eine Symbolfigur für sozialen Einsatz.

Ihr ehrenamtliches, von christlicher Nächstenliebe geprägtes Engagement war vorbildlich.

 

Unermüdlich, bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit war Helene Reich für hilfsbedürftige Menschen in allen Lebensbereichen da.

 

An der Gründung des Vereins Caritas Ortsverband Oberstdorf 1942 war Reich maßgeblich beteiligt. Von Anfang an war sie die Seele und wichtigste Trägerin der Caritasarbeit in Oberstdorf. Sie organisierte 35 Jahre lang den Einsatz der Sammlerinnen und Sammler.

Für den jahrzehntelangen Einsatz erhielt sie die silberne Ehrennadel und das große Goldene Ehrenzeichen der Caritas sowie das Bundesverdienstkreuz.

 

Als guter Geist der Pfarrgemeinde war Helene Reich auch jahrzehntelang Mitglied im Pfarrgemeinderat und Mesnerin. Jedes Jahr bemalte sie 800 Osterkerzen und verkaufte sie für einen guten Zweck, sie sammelte Altkleider für Bedürftige und kümmerte sich um Kranke, um nur einige ihrer Tätigkeiten zu nennen.

Nach Philosophie-Kursen an der Uni Bonn und Theologiestudien in Augsburg kannte die in Latein bewanderte Helene Reich als mehrmalige Jerusalem- und Romreisende keine Hemmungen, über das Mikrofon von Radio Vatikan den Rosenkranz in der Kirchensprache vorzubeten. Papst Johannes Paul II. ließ ihr nach dem Attentat auf ihn Dank für Genesungswünsche zukommen.

 

Der Hintergrund dieses Engagements geht zurück auf einen Turnunfall der damals 15jährigen Helene Reich, bei dem sie sich das Rückgrat verletzte. Ihr wurde ein Leben an Krücken und im Rollstuhl prophezeit. Doch mit 30 Jahren, so erzählte sie selbst, hätte sie der mit Oberstdorf vertraute, später selig gesprochene Pater Rupert Mayr, durch seine Kräfte geheilt. Aus dieser Zeit stammte das Gelübde der gelernten Bilanzbuchhalterin, Orthopädin und Graphologin, fortan ohne Lohn der Kirche dienen zu wollen.

Helene Reich war Schwester des Oblaten-Ordens, die nur durch einen goldenen Brautring und einen Ausweis erkennbar sind.

 

Verdienstmedaille des Marktes Oberstdorf

In Anerkennung und Würdigung ihrer besonderen Verdienste für 50 Jahre Tätigkeit im Caritas Ortsverband Oberstdorf wird Frau Helene Reich die Verdienstmedaille des Marktes Oberstdorf verliehen. Oberstdorf, November 1992, E. Geyer, 1. Bürgermeister

 

Bürgermedaille des Marktes Oberstdorf

In Anerkennung und Würdigung ihrer herausragenden Leistungen und ihres unermüdlichen Engagements im kirchlichen und sozialen Bereich wird Frau Helene Reich die Bürgermedaille des Marktes Oberstdorf verliehen. Oberstdorf, Dezember 2005, Th. Müller, 1. Bürgermeister