Das Peströsslein von Oberstdorf

Die Pfarrkirche und der Pfarrhof vor dem Großen Brand 1865
Die Pfarrkirche und der Pfarrhof vor dem Großen Brand 1865
Archiv Heimatmuseum Oberstdorf

Oberstdorf blieb viele Jahre von der Pest verschont. Aber eines Tages wurde sie durch eine Fehl, die den herumziehenden Schweden gefolgt war, eingeschleppt. Diese hatte unter den Schweden einen Freund gefunden, der sie dann aber sitzen gelassen hatte. Da blieb ihr nichts anderes übrig als reumütig wieder heimzugehen. Von dieser Stunde an begann das große Sterben zu Oberstdorf.
Es wird aber erzählt, dass die Schweden an der Pest Schuld seien. Eines nachts hätten diese, als sie vor dem Dorf lagerten, ein pestkrankes Pferd in den Ort hineingetrieben. Einem Oberstdorfer gefiel das Pferd so gut, dass er es einfing und in seinen Stall brachte. Er wusste natürlich nicht, dass mit ihm auch die Pest nach Oberstdorf kam.
Aus diesem Grund soll es zur Erinnerung daran sogar noch im noch im 19. Jahrhundert üblich gewesen zu sein, einen Umzug abzuhalten. Dabei wurde die Pozession von einem Rösslein nageführt, das man mit schwarzen Tüchern behängt hatte.
(nacherzählt von A. Rößle)