Der Markenrücker von Tiefenbach

Oberstdorf Tiefenbachs Schwefel- und Kneippbad (um 1950)
Tiefenbachs Schwefel- und Kneippbad (um 1950)
AR

Ein Bauer von Tiefenbach ging einmal vom Badwirtshause nachts spät heim, und wie er am Mühlbach herging, hörte er immer vom Felde her kläglich rufen: "Wo soll ich's hintun? Wo soll ich's hintun?" Da das Gejammer nicht aufhörte, so wurde der Mann, der dem Bier stark zugesetzt hatte, zornig und rief: "Tue's bigott hi, wo des g'nomme häscht!" Da kam sogleich ein Geist und sagte, nun sei er erlöst; denn er habe zu Lebzeiten eine Marke gerückt und den Ort, wo sie hingehörte, nicht mehr finden können. Zum Dank für die Erlösung wollte er dem Manne die Hand geben; der hielt ihm aber den Hut hin, in dem man am andern Morgen alle fünf Finger eingebrannt sah .

Ein häufig in Sagen aus dem alemannischen Raum auftauchendes Motiv ist das des "Markenrückers".